4qua.de klärt auf: Deshalb haben Menschen Angst vor Spinnen

Arachnophobie die Angst vor SpinnenSpinnen sind klein, aber oftmals sehr gefürchtet. Es gibt vermutlich kein so kleines Tier, vor dem Menschen mehr Angst haben, als vor Spinnen. In aller Regel sind die kleinen Achtbeiner aber völlig harmlos. Wenn man vor Spinnen Angst hat, nennt man dies auch Spinnenphobie oder Arachnophobie. Es können dabei völlig unterschiedliche Symptome bei den Betroffenen auftreten. Manchen läuft ein kalter Schauer über den Rücken, andere bekommen eine Gänsehaut und schreien laut, bevor sie wegrennen können. In diesem Artikel wollen wir Ihnen heute erklären, warum Menschen vor Spinnen Angst haben.

Vorkommen und Aufbau der Spinne

Es gibt auf der Erde über 50.000 verschiedene Arten von Spinnentieren. Sie kommen auf allen Kontinenten vor. In Deutschland gibt es über 1000 Arten, von welchen eigentlich fast alle ungefährlich für uns Menschen sind.

Körperbau:

Ein Spinnentier kann man in zwei Abschnitte unterteilen.

  • Prosoma (Vorderkörper): Kein sichtbarer Kopf, dieser ist mit dem Vorderkörper verschmolzen. Punktaugen und eventuelle weitere Extremitäten ja nach Spinnenart
  • Opisthosoma (Hinterkörper): Hier befinden sich die Spinnwarzen, Atem- und Geschlechtsorgane.

 

Unterschied zu Insekten:

  • Im Unterschied zu Insekten, deren Körper man in drei Teile untergliedert, kann man den Körper der Spinnentiere in zwei Teile unterteilen, dem Vorderleib und dem Hinterleib.
  • Spinnen haben acht Laufbeine (4 Paare) und Insekten nur sechs (3 Paare).
  • Die Spinnentiere haben mehrere Punktaugen und keine Facettenaugen wie die Insekten.

 

Welche Spinnen leben in Deutschland

Wie oben schon erwähnt, gibt es in Deutschland über 1000 verschiedene Arten von Spinnen. Die bekanntesten Arten sind:

Sind Spinnen gefährlichWinkelspinne:

Kleine ca. 1cm große nachtaktive Spinne. Hält sich hauptsächlich an dunklen Orten, wie zum Beispiel unter dem Sofa oder hinter Schränken auf.

Zitterspinne

Sehr klein, nur wenige Millimeter groß. Baut ihr Netz meistens an der Decke

Gartenkreuzspinne

Erkennbar an Kreuz auf dem Hinterkörper. Meist, wie der Name schon sagt, im Garten oder auf Balkonen zu finden. Sieht durch ihren Körper giftig aus, ist aber für den Menschen ungefährlich.

Weberknecht

Ähnlich klein wie die Zitterspinne, versteckt sich aber meist in Wandritzen.

Wespenspinne

Ihr markantes Zeichen ist der schwarz-gelbe Körper. Kommt meist in halbhohen Gras vor.

Dornfingerspinne

Sie ist in Mitteleuropa die einzige giftige Spinnenart. Sie kommt vor allem in mediterranen Gebieten vor. Durch den Klimawandel wurden die Spinnen nun aber auch immer häufiger in Deutschland gesichtet. Wirklich gefährlich ist ihr Biss für erwachsene gesunde Menschen nicht. Die Symptome des Bisses ähneln einem Bienen- oder Wespenstich.

 

Spinnen auf anderen Kontinenten

Auf anderen Kontinenten gibt es natürlich wesentlich größere Spinnen als bei uns in Europa. Vermutlich kommt auch ein Teil der Angst vor Spinnen von dort. Doch dazu später mehr.

Eine der bekanntesten Spinnen dürfte wohl die Vogelspinne sein. Vor dieser haben viele Menschen Angst. Doch ist auch diese Spinne zwar giftig, aber ein Biss für uns nicht gefährlich. Es gibt hier nur eine Ausnahme und zwar, wenn man allergisch auf das Gift reagiert. Dies ist aber mit einer Biene oder Wespe zu vergleichen. Auch dort reagieren einige von uns allergisch.

Fakten und Zahlen zur Spinnenphobie
© www.4qua.de

Es gibt aber leider auch Spinnen, die für den Menschen tödlich sein können. Dazu zählen zum Beispiel die Rotrückenspinne, die Sydney-Trichternetzspinne und die brasilianische Wanderspinne (auch Bananenspinne genannt)

Zahlen und Fakten zur Arachnophobie

  • unter Arachnophobie versteht man die krankhafte Angst vor Spinnentieren
  • Arachnophobie ist eine der am weitest verbreiteten Tierphobien
  • 32% der Frauen haben Angst vor Spinnen
  • 15% der Männer haben Angst vor Spinnen
  • viele, die an der Spinnenphobie leiden, leiden auch an weiteren Phobien
  • in Deutschland gibt es kaum gefährliche Spinnen
  • es gibt einige Therapiemöglichkeiten

 

Symptome der Arachnophobie

Die Symptome der Spinnenangst sind meistens ähnlich. Das deutlichste Symptom ist eine übermäßige Angst vor Spinnen. Die Art und das Ausmaß hängen aber von der Ausprägung der Phobie ab. Typische Symptome sind hier:

  • Zittern
  • Schweißausbrüche
  • Hyperventilation
  • Atemnot
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Angststarre

Je nachdem wie stark die Angstsymptome sind, empfiehlt es sich eine Therapie zu machen. Am besten folgt man hier nicht den Ratschlägen im Internet, sondern sucht sich einen Arzt oder Therapeuten, der sich auf die Spinnenphobie spezialisiert hat.

Woher kommt die Angst

Wenn man unter Spinnenangst leidet, hat man beim Anblick einer Spinne Angst. Wer starke Angst vor Spinnen hat, bekommt schon ein komisches Gefühl, wenn über Spinnen gesprochen wird. Doch woher kommt diese Angst vor Spinnen?

Die Arachnophobie kann verschiedene Ursachen haben. Oft wird eine Angststörung, dadurch ausgelöst, wenn das Tier weit vom menschlichen Erscheinungsbild abweicht. Dies ist bei Spinnen durchaus gegeben. Außerdem können Spinnen einem plötzlich sehr nahekommen, da sie sich trotz ihrer kleinen Körpergröße relativ schnell bewegen können, ohne dass man dies bemerkt.

Ein anderer Grund für die Arachnophobie ist, dass es eben gefährliche Spinnenarten gibt. Dabei sind die eigentlichen Spinnentiere weniger das Problem, aber spinnenähnliche Tiere wie Skorpione töten weltweit über tausend Menschen pro Jahr. Auch wenn in Europa die Gefahr sehr gering ist, löst dies bei manchen Menschen eine Phobie aus.

Angst vor SpinnenEin nicht zu vernachlässigender Punkt bei der Spinnenangst ist sicherlich das „erlernte Verhalten“. Wenn ein Kind die Spinnenangst bei den Eltern sieht, so kann sich dies auch auf das Kind übertragen. Das Kind lernt nämlich, dass Spinnen gefährlich sind und kann diese Angst unter Umständen im Erwachsenenalter nicht mehr loswerden.

 

Was kann man gegen die Angst machen

Die Betroffenen versuchen sich meist irgendwie mit der Arachnophobie zu arrangieren. Das heißt sie versuchen den Kontakt mit Spinnen so gut wie möglich zu vermeiden. Diese Vermeidungstaktik hilft schon vielen, sodass eine Therapie nicht unbedingt notwendig ist. Somit begeben sich auch nur relativ wenig Menschen in eine professionelle Therapie.

Ist die Angst aber so stark, dass man nicht mehr in den Keller gehen möchte, da sich dort öfters Spinnen aufhalten, wäre eine Therapie durchaus sinnvoll. Auch wenn die Spinnenphobie oftmals nicht ernst genommen wird, empfiehlt es sich professionelle Hilfe zu holen.

Therapien haben in der Regel sehr gute Erfolgsaussichten. Je nach Stärke der Phobie reichen schon einige Stunden aus, um die Angst zu besiegen oder zu lindern.

Bei einer Therapie gibt es zwei Ansätze die verfolgt werden. Dies ist einmal die systematische Desensibilisierung und das Flooding, auch Reizüberflutung genannt. Bei der systematischen Desensibilisierung wird durch spezielles Training (z.B. autogenes Training, Atemübungen usw.) versucht den Betroffenen in Angstsituationen zu helfen. Durch diese erlernten Techniken kann der Betroffene in kritischen Situationen, der Begegnung mit einer Spinne, entspannter bleiben.

Beim sogenannten Flooding werden die Betroffenen mit einem gefürchteten Ereignis konfrontiert. Die Patienten müssen zum Beispiel eine Spinne anfassen und lernen so mit der Zeit, dass Spinnen ungefährlich sind. Diese Therapieart hilft meist, wenn man Angst vor Spinnenbissen hat, denn Spinnen beißen gar nicht und tun einem nichts.

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