Was ist Innergemeinschaftliche Handelsstatistik - INTRASTAT

Bild von TUBS (Wikipedia Commons)

Heute wollen wir uns mal keinem naturwissenschaftlichen Thema widmen, sondern erklären was die Intrahandelsstatisitk ist. Bei der INTRASTAT (Intrahandelsstatistik) handelt es sich um eine in allen 27 EU-Ländern vorgeschriebene Meldepflicht, die der Erhebung von Statistiken über den Verkehr von Waren innerhalb der europäischen Gemeinschaft (EG) - sogenannte Gemeinschaftswaren - dient. Das Statistische Bundesamt erfasst anhand der Intrastat-Meldungen die tatsächlichen Warenbewegungen von Gemeinschaftswaren zwischen den einzelnen Mitgliedern der EG. Von der Meldepflicht ausgenommen bleiben umsatzsteuerpflichtige (UstG) Unternehmen in Deutschland, deren Versendungen in anderen Mitgliedstaaten der EU bzw. Eingänge aus diesen, im Vorjahr einen Gesamtwert von je 0,5 Millionen EUR (Freigrenze) nicht überschritten haben. Diese Meldeschwelle ist in anderen EU-Mitgliedsstaaten unterschiedlich hoch.

Die Intrastat-Meldung dient dazu, neues Datenmaterial über den innergemeinschaftlichen Warenverkehr Deutschlands zur Verfügung stellen zu können. Die Erfassung der Warenströme innerhalb der EG soll verschiedenen Bedürfnissen Rechnung tragen. So werden die Ergebnisse unter anderem für wissenschaftliche Zwecke, regionale Entwicklungspolitik, Wettbewerbsregeln, sektorale Analysen und für Fragen der Handelspolitik benötigt. Die Erhebung der Intrastat-Meldung obliegt einzig und allein dem Statistischen Bundesamt. Gesetzlich verankert ist diese Anzeigepflicht in den Verordnungen 1982/2004 der EU-Kommission sowie 638/2004 des EU-Parlaments. Hinzu kommen nationale Gesetze wie etwa die Außenhandelsstatistik-Durchführungsverordnung, Außenhandelsstatistikgesetz und das Bundesstatistikgesetz.

In der Regel unterliegt derjenige der Meldepflicht, der einen innergemeinschaftlichen Erwerb im Sinne des UstG (Eingangsfall) oder eine innergemeinschaftliche Lieferung im Sinne des UstG zu registrieren hat. Neben der Schwellenregelung von 500.000 EUR gibt es noch weitere Umstände, die zur Befreiung von der Auskunftspflicht berechtigen. So sind etwa Privatpersonen generell hiervon befreit. Die Notwendigkeit zur Meldung obliegt dabei dem inländischen Unternehmen, mit welchem das Geschäft abgewickelt wurde. Sofern Waren durch das deutsche Erhebungsgebiet befördert werden, besteht ebenfalls kein Meldezwang. Zusätzliche Angaben zum Statistischen Wert müssen nicht erfolgen, sofern die Schwelle von 30 Mio. EUR nicht überschritten wird und es sich hierbei um Konsignations-, Kommissions-, Verkaufs- oder Kaufgeschäfte handelt.

Zu erfassen ist nicht nur der klassische Warenverkehr. Auch Warenbewegungen für sonstige temporäre Ersatzlieferungen, Rückwaren, Verwendung und Konsignationsgeschäfte sind festzuhalten. Dies gilt im Übrigen auch für vorübergehende Geschäfte wie Leasing, Leihe, Miete sowie für Warentransaktionen ohne Eigentumsübertragung oder ohne Gegenleistung. Die Meldung hat Online via IDEV (Internet Datenerhebung im Verbund der statistischen Ämter des Bundes und der Länder), elektronische Datenträger oder eStatistik.core zu erfolgen. Firmen können sich auch an externe Agenturen wenden, welche den Intrastat Service für sie übernehmen. Als Berichtszeitraum gilt grundsätzlich der Kalendermonat, wobei die Meldung spätestens 10 Tage nach Ablauf der Berichtssaison dem Statistischen Bundesamt zugehen muss.

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