Warum können Pinguine nicht fliegen

Von Wilfried Wittkowsky - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=746608

Pinguine leben nur auf der Südhalbkugel der Erde. Sie kommen in der kältesten Region, der Antarktis vor, sind aber auch in Südafrika, in Australien, Neuseeland, vor Südamerika und auf den Galápagos-Inseln zu finden. Ihr Lebensraum sind die Küstengewässer der offenen Meere. Noch vor 80 Millionen Jahren konnten die Pinguine, wie alle Vögel fliegen. Erst im Laufe der Evolution bildeten sich ihre Flügel zurück, weil sie in ihrem kalten, unwirtlichen Lebensraum keine natürlichen Feinde fürchten mussten. Die ehemals langen Flügel verwandelten sich in kurze, flossenähnliche Flügel, die den Tieren bei der Nahrungssuche im Wasser dienlich sind. Der Pinguin wurde zum Schwimmvogel.

 

Ist der Pinguin ein Vogel?

Ja, der Pinguin ist ein Vogel. Er pflanzt sich fort, wie die Vögel, denn er legt Eier und brütet sie aus. Er hat ein Federkleid wie die Vögel und er besitzt Flügel, auch wenn sie ihm nicht mehr zum Fliegen dienen. Es gibt neben dem Pinguin weitere Vögel, die nicht mehr in der Lage sind zu Fliegen. Dazu gehört der in Afrika lebende Vogel Strauß und der in Neuseeland beheimatete Kiwi. Beide Vogelarten sind aber nicht mit dem Pinguin verwandt. Der nächste Verwandte des Pinguins ist der Albatros. Er kann aber, im Gegensatz zu seinem Vetter, ausgezeichnet fliegen.

 

Was unterscheidet den Pinguin von anderen Vögeln?

Dass der Pinguin nicht fliegen kann, liegt unter anderem an seinem Körpergewicht. Während die flugfähigen Vögel leicht sind, hat der Pinguin eine dicke Fettschicht. Die braucht er auch, damit er bei -50 Grad Wintertemperatur in der Antarktis nicht erfriert. Zusätzlich zur dicken Fettschicht hat der Vogel im Frack schwere Knochen. Normalerweise haben die Knochen der Vögel viele luftgefüllte Hohlräumen. Dadurch sind sie leicht. Die Knochen des Pinguins sind fest und massiv. Auch sein Federkleid weist große Unterschiede zu den Federn anderer Vögel auf. Nicht nur die Speckschicht unter der Haut hält den Pinguin warm, sondern auch eine dicke Daunenschicht auf der Haut. Über den Daunen kommen als dritte Lage seines Wintermantels die Federn. Die Federn von Flugvögeln sind lang und dünn. Die Wärmefedern des Pinguins sind klein und liegen eng aneinander. Wenn der dicke, schwere Pinguin fliegen wollte, bräuchte er eine Startgeschwindigkeit von circa 400 Stundenkilometern. So schnell kann er aber mit seinen kurzen Beinchen nicht watscheln.

 

Der Pinguin fliegt durchs Wasser

Das Gewicht des Schwimmvogels hat aber auch seinen Vorteil. Während leichtere Vögel, die sich ebenfalls von Fisch und Meerestieren ernähren, höchstens 10 Meter tief tauchen können, erreicht der große Kaiserpinguin eine Tiefe von 530 Metern. Bis zu 15 Minuten kann er unter Wasser bleiben. Bis heute konnte nicht erforscht werden, wie der Vogel den Druckausgleich unter Wasser regelt. Durch ein Herabsetzen seines Herzschlages auf ein Fünftel benötigt er so wenig Sauerstoff, dass er die Viertelstunde, ohne Atem zu holen, überbrückt. Aber nicht nur Tauchen kann der elegante Vogel hervorragend. Er ist auch ein erstklassiger Schwimmer. Seine kurzen Stummelflügel kommen ihm im Wasser gelegen. Er nutzt sie wie Flossen und erreicht damit beim Schwimmen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 km/h. Wenn er es eilig hat, kann er bis zu 40 Stundenkilometer schnell sein, und wie ein Delfin aus dem Wasser springen. Weil die Flügelbewegungen im Wasser an das Fliegen erinnern, wird oft gesagt, der Pinguin fliegt im Wasser. Um nach der Nahrungssuche wieder an Land zu kommen springt der dicke Vogel im Frack bis zu 1,8 Meter hoch.

 

Interessantes über den Pinguin

Übrigens brüten bei den meisten Pinguin-Paaren die Männchen die Eier aus, während die Frauen weite Wege zur Küste zurücklegen, um sich nach dem anstrengenden Eierlegen mit frischem Fisch zu stärken. Manche Männchen können bis zu drei Monate fasten um die Jungen nicht alleine zu lassen. Wenn es dennoch passiert, dass die Pinguin-Eltern umkommen, werden verwaiste Pinguin-Kinder von anderen Artgenossen großgezogen. Viele Pinguin-Paare bleiben ihr Leben lang zusammen.

Dass niemals Pinguin-Steak als exotisches Gericht auf einer Speisekarte zu finden ist, sollte niemanden wundern. Der Pinguin, der sich ausschließlich von Fisch ernährt, schmeckt selber ebenfalls extrem fischig. Hinzu kommt sein strenger Fischgeruch, der für den menschlichen Appetit nicht anregend ist.

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